10.1 Kleingärten aus sozial-ökologischer Verantwortung erhalten

Die Kleingartenflächen in Hannover sind ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Grüns – genauso wie die Eilenriede, der Tiergarten, die Parks oder die Leinemasch. Einen Raubbau an den innerstädtischen Grünflächen lehnen wir ab. Die im Wohnkonzept aufgezeigten Wohnbauflächen auf Dauerkleingartenflächen beispielsweise im Bereich Kleefeld / Groß-Buchholz erteilen wir eine deutliche Absage. Wir setzen uns dafür ein, dass die im gültigen Flächennutzungsplan der Landeshauptstadt Hannover ausgewiesenen Kleingartenflächen zusätzlich als "Vorranggebiete Freiraumfunktion“ im RROP 2015 unter dem Punkt „Freiraumsicherung und – nutzungen“ gesichert werden. Die Kleingartenflächen haben eine Naherholungsfunktion für alle Einwohnerinnen und Einwohner in einer immer weiter verdichteten Stadtbebauung, das heißt sie sind für alle StadtbewohnerInnen erreichbar ohne Nutzung abgasproduzierender Verkehrsmittel. Trotz weiterem Wohnungsbau innerhalb der städtischen Grenzen muss der vom Deutschen Städtetag empfohlene Richtwert von einem Kleingarten zu elf Geschosswohnungen erhalten bleiben. Es ist davon auszugehen, dass mit einer zunehmenden Einwohnerzahl ein steigender Bedarf an wohnortnahen Kleingartenflächen zur urbanen Erholung und Nahversorgung entsteht und somit die Nachfrage nach0 Kleingärten bei den in der Stadt lebenden Menschen wächst. Im Rahmen des Klimaschutzprogramms haben die unversiegelten Böden einen besonderen Stellenwert. Für das Ziel des Masterplans der Region Hannover „100 Prozent für den Klimaschutz“, Treibhausgase um 95 Prozent in einer „klimaneutralen“ Region Hannover gegenwärtig und zukünftig zu reduzieren, sind unversiegelte Kleingartenflächen in der Stadt als unverzichtbar anzusehen. Denn der geplanten Schaffung von neuen Wohnräumen aufgrund der steigenden Einwohnerzahl können diese Ziele nicht in diesem Umfang allein durch technische und technologische Maßnahmen oder „Kleingrünmaßnahmen“ (Fassadenbegrünung, begrünte Dächer) erreicht werden. Zusätzlich sind unversiegelte Flächen überdies unabdingbar für den funktionierenden Grundwasserhaushalt einer Großstadt in Zeiten von Starkregen und langen Trockenperioden. Mehr Wildnis in der Stadt und auf dem Land – statt weniger Grün!