4.7 Kinder-und Jugendpolitik

In der UN-Kinderrechtskonvention sind die Rechte der Kinder und Jugendlichen festgehalten. Das sind unter Anderem: Das Recht auf Bildung und Ausbildung, auf Gesundheit, auf Teilhabe und Selbstbestimmung, auf freie Entfaltung sowie Fürsorge und Frieden. In unserer Gesellschaft werden Kinder und Jugendliche schon früh nach ihrer Verwertbarkeit beurteilt. Als zukünftige Arbeitskräfte, als zukünftige Konsumenten und als Kostenfaktoren. Die geplante Abschaffung der Horte zu Gunsten der flächendeckenden Einführung der „verlässlichen“ Grundschule, wo die Kinder nach Schulschluss nicht mehr von ausgebildeten ErzieherInnen betreut werden, sondern von ehrenamtlich tätigen und in der Regel nicht fachpädagogisch ausgebildeten Kräften, lehnen wir in dieser Form ab.

DIE LINKE will außerschulische, schulische und berufliche Bildung so entwickeln, dass Kinder und Jugendliche aktiv die Gesellschaft gestalten und ihre Interessen eigenständig vertreten können.

DIE LINKE fordert:

• In der Jugendhilfe muss das Mitsprache-, Entscheidungs- und Gestaltungsrecht für die Jugendämter und für die Bezirks- und Ortsräte erhöht werden, denn hier weiß man am besten, wo welche Angebote benötigt werden.

• Die Gestaltung der Zukunft für die Kinder und Jugendlichen erfordert eine umfassende soziale Infrastruktur.

• Die Jugend- und Präventionsarbeit ist auszubauen

• Kürzungen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind strikt abzulehnen, damit Abenteuer- und Bauspielplätze, Kinder- und Familienzentren, Jugendzentren, Beratungsstellen und andere außerschulische Einrichtungen erhalten bleiben oder ausgebaut werden können

• Jede Einrichtung muss mindestens mit zwei pädagogischen Vollzeitstellen ausgestattet sein, die

• Gelder für Tarifsteigerungen müssen in den Haushalten der Städte und Gemeinden in der Region Hannover bereit gestellt werden.

• Eine geschlossen Unterbringung von Kindern und Jugendlichen wird abgelehnt

• Im KSD und den Jugendämtern müssen Fallobergrenzen eingeführt werden. Laufen mehr Fälle auf, dann muss mehr Fachpersonal eingestellt werden.

• Freie Jugendamtsstellen sind sofort wieder zu besetzen. Dies soll in Kooperation mit den Gewerkschaften und Personalräten geschehen.

• In allen Städten und Gemeinden der Region Hannover müssen Gästewohnungen für obdachlose Jugendliche und junge Erwachsene eingerichtet werden. Kinderarmut führt zu Ausgrenzung und der Abschneidung von Bildungschancen. Kinder- und Jugendarmut erzeugen Bildungsmangel, gesundheitliche Belastungen, Einschränkungen in der Mobilität und der Gestaltungsmöglichkeiten der Freizeit und neuerdings auch Mangelernährung. Kinderarmut zu bekämpfen und deren Ursachen zu beseitigen ist wichtige Aufgabe der Städte und Gemeinden in der Region Hannover.

Im KSD und im Bereich der Jugendhilfe sind die dort arbeitenden Fachkräfte völlig überlastet. Als „Kindswohlgefährdung" gilt heute nur noch tödliche Bedrohung. Aufgrund ihrer Arbeitsüberlastung und des Drucks von Vorgesetzen von Gewalt betroffene Kinder möglichst nicht mehr aus ihrem familiären Umfeld heraus zu holen, können die betroffenen Mitarbeiter kaum noch im Sinne der betroffenen Kinder handeln. Die dort Beschäftigten haben zu wenig Zeit, sich angemessen und wirkungsvoll um die Ansprüche von Kindern und Jugendlichen zu kümmern.

→ Siehe auch Kapitel „Bildung ist keine Ware“