4.8 Seniorinnen und Senioren

Seniorinnen und Senioren In der Region Hannover sind mehr als 22 % der Bevölkerung im Alter ab 65 Jahre. Dieser Anteil wird in den kommenden Jahren stark zunehmen. Selbstbestimmung und Selbstständigkeit bis ins hohe Alter sind wesentliche Merkmale für eine solidarische Gesellschaft. Gesundheit, Bildungsstand, Herkunft, Einkommensverhältnisse und berufliche Erfahrungen sind die wesentlichen Einflüsse, die auch das Leben im Alter bestimmen. Krankheitsrisiken steigen mit zunehmendem Alter. Die Kosten werden in steigendem Maße auf ältere Kranke abgewälzt, so dass die materielle Basis dadurch zusätzlich erodiert. Auf Bundesebene fordert DIE LINKE eine erhebliche Anhebung des Rentenniveaus. Nur so wird sich Altersarmut als Massenerscheinung in den kommenden Jahren verhindern lassen. Mit der kapitalgedeckten Riesterrente verdienen Banken und Versicherungen. Das heutige Rentenniveau von 49 Prozent wird bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent abgesenkt. Langzeitarbeitslose erhalten aktuell pro Jahr 2,09 Euro Rente für ihre Rente angerechnet. MinijobberInnen haben derzeit pro Jahr einen Rentenanspruch von 3,11 Euro. Mit solchen Rentenansprüchen und einem sich immer weiter ausweitenden Niedriglohnsektor sowie der zunehmenden Befristung von Arbeitsverhältnissen ist die Altersarmut programmiert. DIE LINKE lehnt die Rente mit 67 ab. Aktuell schafft die überwiegende Mehrheit der Menschen nicht einmal die derzeitige Regelarbeitsgrenze von 65 Jahren. 2012 hatten gerade noch einmal von den 64-jährigen 14,2 Prozent eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Eine Grundforderung der LINKEN ist die Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent. Arbeit, Einkommen und Vermögen müssen umverteilt werden, um einen guten Lebensstandard im Alter und nicht nur eine existenzsichernde Rente zu ermöglichen. Die Pflegeversicherung ist finanziell besser auszustatten und zu einer sozialen Pflegeversicherung zu entwickeln, in die alle solidarisch einzahlen.

DIE LINKE fordert auf kommunaler Ebene:

• Um einer Vereinsamung Alleinlebender entgegenzuwirken, ist eine bessere Vernetzung vorhandener Strukturen von SeniorInnenorganisationen bzw. entsprechenden Verbänden, Treffpunkten in den Quartieren erforderlich. Die bestehenden Pflegestützpunkte und Pflegeeinrichtungen sind in diese Vernetzung mit einzubeziehen. Die Versorgung mit entsprechenden Angeboten ist zentral zu koordinieren und dezentral zu organisieren und anzubieten.

• Eine flächendeckende, bedarfsorientierte Palette altersgerechter Freizeitangebote ist zu entwickeln und vorzuhalten. Dazu gehören kulturelle, gesundheitsfördernde sowie geistig und körperlich aktivierende Angebote, die durch qualifiziertes Fachpersonal betreut werden.

• Die SeniorInnenbeiräte sind in den Städten und Gemeinden der Region Hannover allseitig in ihrer Arbeit zu unterstützen und es sind ihnen die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen.

• Bei der gesetzlich vorgesehenen Kontrolle der Alten- und Pflegeheime ist eine öffentliche Transparenz hinsichtlich der Qualität und der ermittelten Ergebnisse zu gewährleisten.

• Zu einer altersgerechten und familienfreundlichen Infrastruktur gehören Ruheinseln (z. B. Sitzbänke), ein Netz öffentlicher Toiletten, ausreichende Wegbeleuchtung, abgesenkte Bordsteine und ein barrierefreier öffentlicher Nahverkehr.

• Neue und bezahlbare Wohnkonzepte, z. B. Wohngruppen für alters -und behindertengerechtes Wohnen, müssen zum Bestandteil zukünftiger Wohnungsbauprogramme gehören. Ambulante Pflegedienste und hauswirtschaftliche Dienstleistungen müssen in bezahlbaren Wohnkonzepten eingebunden sein. Besonders Wohnkonzepte, die die Generationendurchmischung an einem Wohnort forcieren sollen gefördert werden.

• Aufgrund der Zunahme multimorbid erkrankter Pflegebedürftiger und dement erkrankter Menschen braucht die Region Hannover mehr und gut ausgebildetes Pflegepersonal für Heime und ambulante Dienstleister. Die Pflegeversicherung ist deshalb finanziell besser auszustatten und zu einer sozialen Pflegeversicherung zu entwickeln, in die alle solidarisch einzahlen.