8.2 Endlich attraktiver Nachtverkehr mit S-Bahn

Vor vier Jahren beantragte DIE LINKE in der Regionsversammlung zum ersten Mal, einen stündlichen Nachtverkehr mit der S-Bahn am Wochenende und an Feiertagen einzuführen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 war es dann soweit: Seitdem können Nachschwärmer/innen und Partygänger/innen in den Wochenend- und Feiertags-Nächten jede Stunde zwischen 24 Uhr und 5 Uhr vom Hauptbahnhof sicher ins Umland nach Hause fahren. Die Bahnen sind voll.

Um den öffentlichen Nahverkehr in Hannover und im Umland weiter zu verbessern, will DIE LINKE das Angebot mit Stadtbahn, S-Bahn und Bussen zu Zeiten und auf Strecken erweitern, wo viele Fahrgäste einsteigen. Und wir wollen die Barrierefreiheit verbessern, die im Busbereich bisher kaum realisiert ist. Wir fordern im Einzelnen:

• 15-Minuten-Takt mit der S-Bahn in der morgendlichen Hauptverkehrszeit und zur Rushhour am Nachmittag. Davon werden die Fahrgäste aus dem Umland profitieren, die zur Hauptverkehrszeit oft in überfüllten S-Bahnen stehen müssen.

• Stopp des Stadtbahnprojekts „10/17“. SPD und Grüne wollen Millionen für ein schlechteres Stadtbahnangebot in der hannoverschen Innenstadt geben. Die heutige Linie 10 soll dann nicht mehr zum Schauspielhaus und zum Aegi fahren. DIE LINKE lehnt diesen Unsinn ab. Wir fordern stattdessen, die heutige Linie 10 abwechselnd einmal oberirdisch von Ahlem bis zum Aegi und einmal durch die Humboldtstraße und dann unterirdisch durch Tunnelstrecke über Waterloo bis zum Hauptbahnhof fahren zu lassen. Zwischen 6 und 20 Uhr soll die heutige Stadtbahnlinie 10 im 5-Minuten-Takt verkehren, was vor allem das Nahverkehrsangebot in Limmer und Linden-Nord verbessern wird.

• Die geplanten S-Bahn-Haltestellen in Waldhausen und am Braunschweiger Platz zügig realisieren, um wichtige Umsteigemöglichkeiten zur Stadtbahn zu schaffen. An beiden Punkten kreuzen mehrere Stadtbahnlinien die S-Bahn. • üstra-Nachtsternverkehr in allen Nächten.

• Die Stadtbahnlinie 8 soll von 5 bis 23 Uhr bis zur Dragonerstraße fahren. Bisher ist am Hauptbahnhof Endstation.

• Mehr barrierefreie silberne Stadtbahnen auf den Linien 2 und 8. Dort verkehren fast nur die grünen, nicht barrierefreien Fahrzeuge. Sie haben eine Stange in der Mitte der Einstiege, und der Spalt zwischen Bahnsteig und Fahrzeug ist mit 10 Zentimetern für Rollifahrer/innen zu groß.

• Dichterer Takt auf viel frequentierten Buslinien in Stadt und Umland, wie der Linie 120 in Davenstedt und der Linie 133 in Vahrenwald. Die Buslinie 120 etwa verkehrt heute meist nur im 20-Minuten-Takt in die City, obwohl Davenstedt rund 11.000 Einwohner und keine Stadtbahnanbindung hat.

• Die Bussteige werden von der Region mit 16 Zentimetern Höhe zu niedrig ausgeführt und sind deshalb nicht barrierefrei. Wir fordern einen ebenerdigen Einstieg in den Bus, mindestens aber eine Einstiegshöhe von 21 Zentimetern, damit der Höhenunterschied zwischen Bordstein und Buseinstieg nicht größer als fünf Zentimeter ist, was als barrierefrei gilt. Damit das klappt, muss die Region die Bushaltestellen als sogenannte Kap-Haltestellen bauen, die der Bus ohne Kurven auf gerader Linie anfahren kann.

• Damit der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen auch in finanzschwachen Umlandkommunen wie Springe vorankommt, muss die Region den barrierefreien Ausbau für solche Kommunen komplett bezahlen. Bisher ist ein Eigenanteil der Städte und Gemeinden fällig, was hochverschuldete Kommunen überfordert.

• Ersatz des sogenannten Y-Verkehrs auf den Stadtbahnlinien 2 und 8 durch eigenständige Verkehre nach 21 Uhr wie vor 21 Uhr und sonntags ganztägig. Auf beiden Linien werden die Bahnen bisher ab 21 Uhr und sonntags ganztägig geteilt und fahren in verschiedene Richtungen weiter: Der vordere Wagen fährt nach Rethen, der hintere zum Endpunkt Messe-Nord. Diese sogenannte Y-Linie sucht man im Liniennetzplan der üstra vergebens. Im Winter wird es noch komplizierter, weil der Wagenzug bei Frost nicht auseinandergekoppelt wird, sondern ungeteilt nach Rethen (Linie 2) oder Messe-Nord (Linie 8) weiterfährt. Der „Y-Verkehr“ entfällt zudem bei bestimmten Veranstaltungen auf dem Messegelände. All das erzeugt große Verwirrung und Ärger bei den Fahrgästen, weil viele am falschen Ziel ankommen. Von den vermeidbaren Falschfahrten besonders betroffen sind Gelegenheitsfahrer/innen, Blinde und Sehbehinderte. • Trassen für neue mögliche Stadtbahnstrecken nach Davenstedt, Berenbostel und vom Hauptbahnhof bis zur Sallstraße mit einem Abzweig zum Zoo freihalten.

• Perspektivisch vordern wir den Fahrscheinlosen ÖPNV