9.1 Gebührenfreie und gute frühkindliche Bildung für alle

Die ersten Jahre sind für die Entwicklung eines Menschen besonders wichtig. Auf dem Papier gibt es inzwischen einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab dem ersten Lebensjahr. Daran anschließend ab dem dritten Lebensjahr den Anspruch auf einen Kita-Platz. Dennoch suchen vielen Eltern in der Region Hannover händeringend und erfolglos nach freien Plätzen. Nach wie vor sind Krippen- und Kita-Plätze nicht kostenlos. Außerdem entspricht die Ausstattung vieler Kitas (hier besonders bei freien Trägern) nicht den geforderten Standards.

DIE LINKE fordert:

• Krippen und Kindergärten sind Bildungseinrichtungen. Jedes Kind muss deshalb ab dem ersten Lebensjahr den wirklichen Anspruch auf einen Ganztagsplatz bekommen, dieser ist (einschließlich Verpflegung) öffentlich zu finanzieren und für die Eltern gebührenfrei.

• Der Personalschlüssel ist auf mindestens eine Fachkraft für drei Kinder bei allen bis zu dreijährigen Kindern und eine Kraft für durchschnittlich 7,5 Kinder bei allen drei- bis sechsjährigen Kindern verbindlich in der Region Hannover festzulegen.

• Aufwerten! Die Ausbildung aller ErzieherInnen ist auf Fachhochschulniveau anzuheben, und es muss eine entsprechende tarifliche Entlohnung erfolgen. Der Beruf der ErzieherInnen ist auch deshalb mit einer höheren tariflichen Einstufung aufzuwerten, damit die immer mehr zunehmende prekäre Beschäftigung von Fachkräften im Kita-Bereich abgebaut wird. Gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sichern eine gute Betreuungsqualität für die Kinder und stärken deren Rechte.

• In allen Kitas ist die vorschulische Sprachförderung durch festangestellte, qualifizierte Sprachförderungskräfte zu gewährleisten.

• Ausbau des öffentlichen Kita-Angebotes in der Region Hannover. Vor allem in den unterversorgten Bereichen.

• Kurze Beine, kurze Wege. Die Kitas müssen für Kinder und Eltern stadtteilnah und auf kurzen Wegen erreichbar sein

• Die Kita-Öffnungszeiten bleiben weiterhin grundsätzlich bis 18 Uhr beschränkt. Im Einvernehmen mit den betroffenen Betriebs- und Personalräten kann im Einzelfall in (neuen) Betriebskindergärten regionseigener Unternehmen eine Ausweitung des Betreuungsangebotes erfolgen, wenn unabdingbarer Schichtdienst dies erforderlich macht.

• Die kommunalen Verwaltungen und die kommunalen Betriebe entwickeln ein Konzept für die Schaffung von Betriebskindergärten in der Region Hannover. Betriebe der öffentlichen Hand wie die kommunalen Krankenhäuser richten Betriebskindergärten ein. Dabei werden die ErzieherInnen nach den tariflichen Bestimmungen des TVöD entlohnt. Eine Vergabe an profitorientierte private Träger ist zukünftig zu unterlassen. Die Kommunen der Region Hannover fordern die Privatwirtschaft auf, ebenfalls in Abstimmung Konzepte für Betriebskitas zu entwickeln und diese dann umzusetzen.

• Freie Träger bekommen zukünftig nur dann eine Förderung, wenn sie den geforderten Personalschlüssel einhalten, nach den Regeln des TVöD entlohnen und die Kitas den üblichen Standard kommunaler Kitas erfüllen.

• Die Hortbetreuung in der Region Hannover ist bedarfsgerecht auszubauen. Die Schließung von Horten lehnt DIE LINKE. ab., solange an den betroffenen Ganztasschulen kein angemessenes pädagogisches Angebot durch qualifizierte Lehrkräfte und ErzieherInnen vorgehalten wird, sondern lediglich eine „Aufbewahrung“ durch Dritte erfolgt. Langfristig muss es auch einen Rechtsanspruch auf einen Hortplatz für Kinder geben. Langfristig muss es auch einen gesetzlichen Anspruch auf Hortplätze geben.

• Es ist eine höhere Finanzierungsbeteiligung durch das Land Niedersachsen und durch den Bund anzustreben, damit die Städte und Gemeinden in der Region Hannover nicht ausschließlich selbst finanzieren müssen.