9.2 Für ein sozial gerechtes Schulwesen

Das dreigliedrige Schulsystem in Niedersachsen gehört abgeschafft. Nach wie vor gilt das Gymnasium als die Schule der „Besseren“ und die Haupt- und Realschule gelten mehr oder weniger als „Restschule“. Entsprechend dieser Ideologie und im Zusammenhang mit der starken sozialen Auswahl ballen sich in den beiden letzteren Schultypen die sozialen Herausforderungen. Sie nehmen zudem die größte Anzahl von Kindern mit sozialpädagogischem Förderbedarf auf, wobei dort bei weitem nicht die erforderlichen Mittel für die Anforderungen der Inklusion zur Verfügung gestellt werden.

→ Siehe auch Kinder- und Jugendpolitik

DIE LINKE. fordert:

• Eine echte Gemeinschaftsschule! Nur ein solches Schulkonzept schafft die Aussicht auf Bildungsgerechtigkeit. Die Grundschulen sind ein Beweis dafür, dass es möglich ist, alle Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit in einer Schule zu unterrichten. Sie sind daher Modell für die „Eine Schule für alle“. DIE LINKE. ist gegen das dreiklassige Schulsystem, weil es Chancenungleichheit strukturell organisiert.

• Die Region Hannover entwickelt zusammen mit den Kommunen einen Schulentwicklungsplan ials Grundlage für die Einrichtung von neuen Schulen und die Sicherung bestehender Standorte.

• Im ersten Schritt erfolgt der Aufbau weiterer integrierter Gesamtschulen in der Region Hannover erfolgen. Hier werden alle SchülerInnen bis mindestens zum 10. Schuljahr gemeinsam unterrichtet.

• Die gesellschaftlichen und pädagogischen Aufgaben der Inklusion müssen auf alle Schultypen ausgeweitet werden. Es ist eine Doppelbesetzung mit dafür gesondert ausgebildeten Lehrkräften für die Inklusion vorzunehmen.

• Die Klassengrößen sind zu reduzieren, weil in kleinen Lerngruppen gemeinsames solidarisches Lernen vereinfacht wird und sich Kinder und Jugendliche dabei besser entfalten können.

• Es soll eine gleich gute personelle Ausstattung für alle Schulformen (Fachlehrkräfte mit gleicher Ausbildung, Bezahlung und Stundenzahl) und eine bessere Förderung für Schulen in benachteiligten Stadtteilen erfolgen, um die Kinder und Jugendlichen bei der Überwindung zusätzlicher Lernhindernisse zu unterstützen.