9.3 Recht auf Ausbildung Jetzt – Wer nicht ausbildet muss zahlen

Eine gute Berufsausbildung ist für jeden einzelnen von großer Bedeutung für seie spätere Erwerbstätigkeit und der damit einhergehenden Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe. Trotz aller Berichte über Facharbeitermangel durch die Unternehmen bekommen längst nicht alle Jugendlichen einen Ausbildungsplatz. Viele Betriebe in der Region Hannover bilden nach wie vor nicht aus. DIE LINKE. will zukünftig ein System, wo alle Jugendlichen, die eine betriebliche Ausbildung absolvieren wollen auch tatsächlich einen qualifizierten Ausbildungsplatz in der Region Hannover bekommen und nach der Ausbildung auch übernommen werden.

DIE LINKE. fordert:

• Alle SchulabgängerInnen mit mittlerem oder niedrigem Schulabschluss müssen das Recht auf eine berufliche Ausbildung mit nahtlosem Übergang haben. Jugendliche ohne Schulabschluss sollten zunächst eine Ausbildungsvorbereitung besuchen, um daran anschließend nahtlos in eine Berufsausbildung wechseln zu können.

• Junge Menschen, die ohne Abschluss die allgemeinbildende Schulen verlassen, sollen weiter an den Standorten BBS VI und BBS VII (Voraussetzung Reorganisation der Berufsschulstandorte in der Region Hannover) im Berufsvorbereitungsjahr ihre restliche Schulpflicht erfüllen und dort ihren Hauptschulabschluss absolvieren. Gleichzeitig sollen hier neue Konzepte zur Eingliederung in das duale Ausbildungssystem (zusätzliche Fördermöglichkeiten und verstärkte Zusammenarbeit mit den Kammern) entwickelt werden.

• AbsolventInnen, die eine Ausbildungsvorbereitung absolviert haben müssen dann, wenn sie keinen betrieblichen oder schulischen Ausbildungsplatz bekommen, durch ein qualifiziertes Berufsbildungsangebot in außerbetrieblichen Ausbildungsstätten ausgebildet werden.

• Ausbildung muss zur Pflicht aller Betriebe werden. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, werden Nichtausbildungsbetriebe in der Region Hannover zur Finanzierung der außerbetrieblichen Ausbildung im Rahmen einer regionsweiten Ausbildungsumlage herangezogen.

• Kleinbetriebe, die ausbilden, sollen von den Prüfungskosten und den Kosten für die überbetriebliche Ausbildung befreit werden.

• Das Berufsschulkonzept der Region Hannover ist zu reorganisieren und mit einer Dezentralisierung der Standorte zu verbinden. Die Schließung der BBS VI ist zurückzunehmen. Die Berufsschulstandorte in der Region Hannover sind so zu gestalten, dass sie für die BerufsschülerInnen mit dem ÖPNV mit vertretbarem Zeitaufwand erreicht werden können.