9.5 Kritische Wissenschaft und emanzipatorische Bildung an demokratischen Hochschulen

Die derzeitige Hochschulpolitik in der Region Hannover wird bestimmt durch die Ideologie der „unternehmerischen Hochschule“, orientiert an kurzfristigen Verwertungsinteressen statt dem Allgemeinwohl. So setzt die Landeshauptstadt Hannover in ihrem Stadtentwicklungskonzept konsequent auf die weitere Privatisierung der Hochschulen. Insbesondere sollen in den nächsten Jahren vermehrt Drittmittel für die Hochschulen und für die Forschung generiert werden. Das bedeutet nichts anderes als eine weitere Privatisierung der Hochschulen mit der Folge das Unternehmerinteressen die Hochschulpolitik bestimmen und nicht mehr die demokratisch gewählten Gremien in Politik und Gesellschaft. Deswegen kämpft DIE LINKE. gemeinsam mit kritischen Aktiven aus den Hochschulen und Gewerkschaften für gesellschaftlich verantwortungsvolle Wissenschaften und die Bildung mündiger Menschen.

DIE LINKE. fordert auf Landesebene:

• Es muss eine Demokratisierung an den Hochschulen erfolgen

• Alle Einengungen im Studium müssen beseitigt werden, unter Anderem durch einen selektionsfreien Übergang vom Bachelor- zum Masterstudiengang und durch die Abschaffung von Zwangsexmatrikulationen

• Es ist eine Zivilklausel einzuführen, in welcher Frieden anstelle der Betriebswirtschaft als Leitbild gilt

• Es muss dauerhaft eine bedarfsdeckende staatliche Finanzierung der Hochschulen erfolgen, auch um die Wissenschaften aus ihrer inhaltlichen Abhängigkeit von privaten Drittmittelabgaben zu befreien

• Es muss ein nachfrageorientierter Ausbau der Studienplätze an allen öffentlichen Hochschulen in Gang gesetzt werden, sodass eine soziale Öffnung der Hochschulbildung für alle interessierten Menschen mit und ohne Abitur möglich wird. Eine bedarfsdeckende, elternunabhängige stattliche Ausbildungsfinanzierung ist unabdingbar.