6. Oktober 2008

Stellungnahme zum Welttag für menschenwürdige Arbeit

Stellungnahme zum Welttag für menschenwürdige Arbeit

Guy Ryder, Generalsekretär, IGB, Brüssel

Heute, am 7. Oktober, folgen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in aller Welt dem Aufruf des Internationalen Gewerkschaftsbundes und begehen den Welttag für menschenwürdige Arbeit.

Zunächst im Pazifik, dann quer durch alle Zeitzonen und schließlich an der Westküste Nord- und Südamerikas werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aktiv und veranstalten Versammlungen am Arbeitsplatz, Demonstrationen und öffentliche Debatten oder beteiligen sich an Kultur- und Medienveranstaltungen und an Aktionen im Internet.

An diesem Tag erheben wir gemeinsam unsere Stimme, um vereint eine deutliche Botschaft in die Welt zu tragen.

Wir prangern an, dass Jahrzehnte der Deregulierung, der Habgier und Maßlosigkeit in den Konzernen die Welt an den Rand einer weltweiten Rezession getrieben haben. Die Welt braucht eine fundamentale Neugestaltung der Globalisierung. Und die Zeit für diese Neuausrichtung ist jetzt gekommen.

Weltweit fordern die Beschäftigten menschenwürdige Arbeitsmöglichkeiten für alle. Arbeit, die unsere Menschenrechte uneingeschränkt respektiert. Arbeit, die sicher ist und nicht krank macht. Arbeit, die angemessen entlohnt wird und uns und unsere Familien schützt. Arbeit, bei der Probleme und Konflikte durch Dialog und Vereinbarungen beigelegt werden, und die ohne Diktat und Repression auskommt.

In jedem unserer Länder tragen erwerbstätige Familien die Last der Finanz-, Nahrungsmittel- und Energiekrise – der größten Krise, die diese globalisierte Wirtschaft je erlebt hat.

Diese Krise zu beenden, die Lebensstandards der Beschäftigten wiederherzustellen und ihre Rechte zu respektieren, erfordert fundamentale Veränderungen. Veränderungen, die Fairness und Gleichheit wieder in den Mittelpunkt der Politik rücken, so dass die Globalisierung allen nutzt – nicht nur einer Handvoll Privilegierter.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind des Versprechens einer besseren Zukunft überdrüssig, wenn sie und ihre Familien heute eine ständige Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen erleben und für die Voraussetzungen einer menschenwürdigen Existenz immer härter kämpfen müssen.

Der IGB und seine Mitgliedsorganisationen auf allen Kontinenten fordern die Achtung der Rechte bei der Arbeit und das Ende von Armut und Ausbeutung. Und zugleich bekräftigen wir die Verpflichtung der internationalen Gewerkschaftsbewegung zur Solidarität.

Wir werden nicht zulassen, dass die globalisierte Wirtschaft die Beschäftigten gegeneinander ausspielt. Wir zeigen heute, dass die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aller Länder so eng zusammenstehen wie eh und je und fest entschlossen sind, über den IGB gemeinsam und solidarisch dafür zu kämpfen, das unveränderliche Ziel sozialer Gerechtigkeit zu verwirklichen.

Kolleginnen und Kollegen, heute, da wir uns für menschenwürdige Arbeit einsetzen, rufe ich euch alle dazu auf, eure Organisationen und euer persönliches Engagement dafür einzusetzen, den IGB zum Instrument eines neuen gewerkschaftlichen Internationalismus zu machen, der den Herausforderungen der Ära der Globalisierung gewachsen ist, der imstande ist, die Ungerechtigkeiten, mit denen wir es zu tun haben, zu überwinden und der bereit ist, die bessere Zukunft herbeizuführen, die wir alle für möglich halten.

Gemeinsam können wir es schaffen.

http://www.wddw.org/-Deutsch-