26. Februar 2017 Michael Fleischmann

Lücken im üstra-Nachtsternverkehr bleiben

Laut eines Antrags der Linksfraktion sollen die Stadtbahnen, die sich um 4.45 Uhr am Kröpcke treffen, auch am Karfreitag und am Ersten Weihnachtsfeiertag verkehren. Bisher fährt zu diesen Zeiten nur die S-Bahn, die vor allem von Nachtschwärmer(inne)n und Frühaufsteher/innen genutzt wird, etwa auf dem Weg zur Arbeit oder als Zubringer für den Fernverkehr. Der Antrag fand im Verkehrausschuss der Region keine Mehrheit. Pikant: Selbst die Grünen lehnten es ab, die Stadtbahn zur genannten Zeit am Karfreitag fahren zu lassen. Ihre Begründung: „Der Karfreitag ist ein Tag der Ruhe.“

Weiteres Problem des Nachsternverkehrs: Nicht alle Bahnen, die frühmorgens unterwegs sind, werden in der Elektronischen Fahrplanauskunft EFA dargestellt und frühzeitig in den Fahrgastdisplays an den Haltestellen angezeigt. Die Displays zeigen die Fahrten zwar an, aber erst circa 45 Minuten vor Abfahrt der Bahnen. „Nachschwärmern und ‚Gestrandeten’ aus dem Fernverkehr stehen damit diese wichtigen Informationen nicht oder erst viel zu spät zur Verfügung“, mahnte Michael Fleischmann. „Und Frühaufstehern wird ein vorhandenes Angebot vorenthalten.“ Trotzdem lehnten SPD und CDU den Antrag der Linksfraktion, diese Probleme zu beheben, mit ihrer Mehrheit ab.

Die Linksfraktion wollte außerdem prüfen lassen, ob es nicht sinnvoll ist, den Nachsternverkehr auch in der Nacht vor Heiligabend und in der Nacht vor Sylvester anzubieten. Fast alle anderen Parteien stimmten gegen diesen Prüfauftrag an die Verwaltung, die Grünen enthielten sich.