15. Februar 2013

Steigen jetzt auch die Müllkosten drastisch?

DIE LINKE kritisiert Gebührensteigerungen und fehlenden Anreiz zur Müllvermeidung.

Die Linksfraktion in der Regionsversammlung kritisiert das bisher von aha und der Regionsverwaltung vorgelegte Gebührenkonzept zur Abfallentsorgung als viel zu teuer. Nach Berechnungen der Linksfraktion steigen die Gebühren für die Restabfallentsorgung in der Region Hannover durch das sogenannte Konsensmodell um bis zu 130 Prozent.

„Die im ‚Konsensmodell’ vorgelegten Gebühren für die Restabfallentsorgung sind mehr als doppelt so hoch wie in den umliegenden Landkreisen und immer noch fast doppelt so hoch wie in Berlin und Stuttgart“, kritisiert Michael Fleischmann, stellv. Fraktionsvorsitzender der linken Regionsfraktion. „In anderen Großstädten wie Köln und Bremen sind die Müllgebühren immer noch rund ein Drittel niedriger als von aha für die Region Hannover geplant.“

DIE LINKE kritisiert auch, dass das „Konsensmodell“ keinen Anreiz zur Müllvermeidung gibt. Die Grundgebühr für Ein- und Zweifamilienhäuser wird danach bei rund 65 Prozent liegen. Ein Problem sind in diesem Zusammenhang auch die festen Tonnengrößen, die aha zugrunde legt. Danach sind pro Person zehn Liter Restmüll pro Woche eingeplant, die die Betroffenen bezahlen müssen, auch wenn sie so viel Restmüll gar nicht erzeugt haben. „Wo bleibt da die Familienfreundlichkeit, die ursprünglich immer angestrebt worden war?“, fragt Fleischmann.

Die Linksfraktion fordert, das Wiege-Identsystem einzuführen, das in anderen Kommunen wie dem Lahn-Dill-Kreis erfolgreich praktiziert wird. Bei diesem Chipsystem zahlt jeder Kunde nur für den Müll, den er tatsächlich produziert hat. So besteht ein echter Anreiz, Müll zu vermeiden.