14. Oktober 2015 Andreas Brändle

Protest der Sudanesischen Flüchtlinge wollen trotz großer Hindernisse weitermachen

Unsere sudanesischen Freunde harren seit 10 Tagen - Tag und Nacht - bei klirrender Kälte vor der Staatskanzlei in Hannover aus. Ohne Zelt, nur mit Isomatte und Schlafsack. Der Grund ist die befürchtete Abschiebung in ihre Heimat den Sudan. Der sudanesische Präsident Omar al Baschir wird wegen Völkermord per internationalem Haftbefehl gesucht. Es wird ihm der Mord an 300.000 Menschen und die Vertreibung von 2,7 Millionen Menschen vorgeworfen.

Sie fordern von der deutschen Regierung, ebenso wie syrische Flüchtlinge, anerkannt zu werden. Heute wollte die Polizei zwei sudanesische Kollegen zu einer Ordnungsstrafe heranziehen, weil sie verbotenerweise vor Schwäche die Augen zu machten. Da unsere sudanesischen Freunde nicht bereit waren sich auszuweisen, drohte die Polizei mit Zwangsmaßnahmen. So sollen die kämpfenden Kollegen aus dem Sudan mürbe gemacht werden.

Dabei führen sie einen Kampf für alle Sudanesen, die vor dem mörderischen Regime al Baschir geflohen sind. Sie haben einen Hungerstreik nach fünf Tagen unterbrochen, da ein Kollege ihn abbrechen musste, er war schwer erkrankt. Daraufhin solidarisierte sich die Gruppe mit ihm.

Da ihre Forderung nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Weil bislang nicht erfüllt wurde, werden sie Morgen, Mittwoch, den Hungerstreik fortsetzen. Sie erwarten ein Zeichen aus der Staatskanzlei von Ministerpräsident Weil auf ihr Anliegen einzugehen und den Weg einer gangbaren Lösung einzuschlagen. An Entschlossenheit und Durchhaltevermögen fehlt es jedenfalls nicht. Einer der Sprecher der Gruppe meinte jedenfalls, dass sie solange ausharren werden, bis sich von Seiten der Staatskanzlei etwas tut.

Unsere sudanesischen Freunde brauchen unsere Solidarität. Spenden werden am Weiße-Kreuz-Platz - Camp gerne entgegen genommen.