2. Februar 2017

Stadt Hannover zieht Ratsdrucksache zu Museumseintritten in Hannover zurück

LINKE & PIRATEN: Ermäßigungstarife unzureichend –

Berechtigtenkreis muss erweitert werden Die Gruppe DIE LINKE & PIRATEN im Rat der Landeshauptstadt Hannover begrüßt, dass die Stadtverwaltung ihren Entwurf der Beschlussdrucksache zu Eintrittspreisen bei den Museen August Kestner und Historisches Museum (Drs. 2143/2016) zurückgezogen hat. Die Vorlage ist nach Ansicht der Gruppe mangelhaft, weil mit den bisher geplanten „Anpassungen“ eine Festschreibung der ermäßigten Eintritte auf vier Euro geplant war. Der Rabatt gegenüber dem Normalpreis von fünf Euro würde somit im Regelfall nur noch 20 Prozent betragen. „So geht das nicht“, betont Gruppenvorsitzender Dirk Machentanz. Und weiter: „Die Ermäßigungstarife für Eintritt und Führungen müssen eine Reduzierung von mindestens 50 Prozent auf den Normalpreis beinhalten.“

Die Ratsgruppe fordert bei den ermäßigten Tickets eine Preissenkung auf 2,50 Euro. Orientiert ist diese Forderung am Schlossensemble Herrenhausen, wo die Ermäßigung 50 Prozent beträgt. „Was in Herrenhausen möglich ist, muss auch für andere städtische Museen möglich sein“, erklärt Bruno Adam Wolf. Der stellvertretende Gruppenvorsitzende fordert außerdem: „Auch der Berechtigtenkreis für die Ermäßigungen in den Museen für Kulturgeschichte muss größer werden.“ Nach Auffassung der Ratsgruppe müssen wie in Herrenhausen auch Auszubildende, Studierende und alle freiwilligen Dienstleistenden einbezogen werden – also z.B. junge Frauen und Männer, die das Freiwillige Soziale oder Ökologische Jahr absolvieren.

„Auch muss in Abstimmung mit der Region der freie Eintritt auf Inhaber der Region-S-Karte ausgeweitet werden“, fordert der sozialpolitische Sprecher der Ratsgruppe, Veli Yildirim. „Die Menschen aus der Region Hannover würden gern an allen Öffnungstagen ins Museum gehen können. Die bisherigen Preise sind für sie aber kaum bezahlbar, zumal sie schon Fahrtkosten aufbringen müssen.“ Zurzeit haben nur Inhaber des HannoverAktivPasses freien Eintritt.

Mit einem Antrag auf Vertagung der Beratung hatte die Ratsgruppe DIE LINKE & PIRATEN in der vergangenen Ratsversammlung am 15. Dezember 2016 verhindert, dass über die Erhöhung der Eintrittspreise ohne weitere Debatte abgestimmt wird. Jetzt soll eine überarbeitete Beschlussdrucksache den üblichen Beratungsweg unter Einbeziehung des Kulturausschusses gehen.