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20. Februar 2018

DIE LINKE. Burgdorf: Teil des Cewesees zeitnah pachten, um wasserbezogene Naherholung für die Burgdorfer wieder herzustellen / Antrag im Bauausschuss

Der Cewesee vor dem Betretungs- und Badeverbot - Foto: Christiane Gross

LINKEN-Ratsherr Michael Fleischmann fordert die Stadt auf, schon jetzt einen Teil des Cewesees zu pachten, der schon heute nicht mehr für den Kiesabbau benötigt wird, um die wasserbezogene Naherholung für die Burgdorfer zeitnah wieder herzustellen. Er hat dazu einen Antrag in den Bauausschuss des Rates eingebracht. Nach den bisherigen Plänen der Stadt kann man erst im Jahr 2023 wieder im Cewesee baden und dort am Wasser verweilen, weil dann der Kiesabbau komplett ausgelaufen ist. Und selbst das ist sehr unsicher, weil viele Politiker im Rat für die wasserbezogene Naherholung kein Geld geben wollen. „Dabei muss das gar nicht teuer sein“, betont Fleischmann. Derzeit gibt es keinen einzigen See im Burgdorfer Land, wo man baden oder am Wasser verweilen kann, weil alle im Privatbesitz sind.

Die Diskussionen der vergangenen Monate in den sozialen Medien und die Reaktionen auf die örtliche Presseberichterstattung haben gezeigt, dass ein sehr großes Interesse an wasserbezogener Naherholung auch in Burgdorf besteht. „Die Stadt darf deshalb nicht bis zum Jahr 2023 warten und muss schon jetzt handeln“, fordert der linke Ratsherr. „Das erhöht nicht zuletzt auch die Attraktivität Burgdorfs als Wohn- und Freizeitstandort. Auf jeden Fall muss die Stadt die Seefläche pachten, damit alle Burgdorfer Zugang zum Wasser haben.“

Der im Bauausschuss viel diskutierte private Betrieb ist nach Auffassung der LINKEN abzulehnen, weil dann die Gefahr besteht, dass bestimmte Nutzergruppen vom Wasserzugang ausgeschlossen werden. Das wird wahrscheinlich vor allem Hundehalter treffen. Gleiches gilt beim Betrieb durch einen Verein. „Das ist auch der Grund dafür, warum viele Badeseen im hannoverschen Umland von den zuständigen Kommunen betrieben werden“, schreibt Fleischmann den anderen Ratspolitikern ins Stammbuch.

Alle Seen um Burgdorf herum sind durch Privatisierungen der allgemeinen Zugänglichkeit entzogen. Vor allem Anglervereine haben die Seen, wie etwa den Ahrbecker See, erworben. Das war früher einmal anders: Nicht nur der Ahrbecker See war allgemein zugänglich und wurde reichlich von der Bevölkerung für Freizeitaktivitäten genutzt. Heute dagegen ist Fehlanzeige. „Das ist vor allem im Sommer bedauerlich“, bedauert Fleischmann. „Nicht alle Burgdorfer wollen das künstliche Freibad ansteuern, sondern viele wollen in der Natur am Wasser sein.“