26. März 2018

Diskussionsveranstaltung zum Thema Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Hanover

Obdachlosigkeit ist vielleicht der sichtbarste Ausdruck von Armut. Immer häufiger fräsen sich die Matratzenlager ins Stadtbild von Hannover. Bei ca. 4.000 Wohnungslosen, davon rund 500 Obdachlose, lässt sich das Problem nur noch notdürftig kaschieren.

Obdachlosigkeit wird zudem zunehmend weiblicher, und auch immer mehr Familien sind betroffen. In Hannover wurde in den letzten Jahren zu wenig Wohnraum geschaffen. Es fehlen insbesondere bezahlbare Ein- und Zweizimmerwohnungen. Für bedürftige Familien müssen in Zukunft natürlich auch genügend bezahlbare Drei- und Vierzimmerwohnungen vorhanden sein. Die betroffenen Menschen in Hannover hatten in den letzten Jahren von allen Großstädtern mit die höchsten Mietsteigerungen zu tragen. Für viele hilfebedürftige Personen sind diese Zustände nicht länger hinnehmbar.

Die Stadt überlässt das Hilfenetzwerk inzwischen weitgehend ehrenamtlichen und häufig kirchlichen Sozialträgern.

Über diese problematischen Sachstände möchten wir mit kompetenten Gesprächspartnern diskutieren und dabei über nachhaltige und kurzfristige Hilfsmaßnahmen sprechen. Dabei werden auch Konzepte wie „Housing First“ zur Sprache kommen. Jedem Wohnungslosen dabei eine Wohnung mit sozialem Netzwerk zur Verfügung zu stellen, ist das Ziel, von dem Hannover leider noch weit entfernt ist. Zur Zeit werden zumeist nur Schlafplätze in bereits überfüllten Obdachlosenunterkünften zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich häufig um Zwei- und Drei-Bett- Zimmer, die jegliche Privatsphäre vermissen lassen.

Für Frauen und Familien stellen diese Unterbringungsoptionen daher keinen Nutzwert dar. Noch kritischer wird es bei obdachlosen Familien, da nur wenige Wohnungen für sie zur Verfügung stehen.

Es diskutieren:

Konstanze Beckedorf
Stadträtin für Soziales und Sport

Klaus-Dieter Gleitze
Geschäftsführer Landesarmutskonferenz

Ulrich Matthias
Redakteur, Asphalt

Dr. med. Detlef Günther
Leitender Oberarzt MHH, Pathologie

Juan Pedro Sanchez Brakebusch
Jurist, arbeitet u.a. als Schuldnerberater

Dirk Machentanz
DIE LINKE Fraktionsvorsitzender