17. Juli 2017 Michael Fleischmann

Personalmangel Notaufnahme / DIE LINKE: Region darf Klinikum nicht wie ein Privatunternehmen führen!

Vor dem Hintergrund der Schließung der Notaufnahme der Unfallchirurgie im Nordstadtkrankenhaus am Wochenende wegen Personalmangels fordert die Linksfraktion die politischen Mehrheiten in der Regionsversammlung und die Geschäftsführung erneut auf, das Klinikum nicht mehr wie ein Privatunternehmen zu führen. „Die radikale Kostendrückerei zu Lasten der Beschäftigten und Patienten ist gescheitert“, sagt LINKEN-Fraktionsvize Michael Fleischmann. „Die schwarzen Zahlen, die das Klinikum deshalb mittlerweile schreibt, sind nichts wert.“ Fleischmann meint damit nicht nur das Dichtmachen der Klinik in Springe und der Geburtsklinik im Nordstadtkrankenhaus, sondern vor allem auch den Abbau von rund 800 Arbeitsplätzen auf den Stationen und eine verschlechterte Patientenversorgung infolge der sogenannten Medizinstrategie 2020.

Durch diese wirtschaftliche Konsolidierung knirscht und knackt es an allen Ecken im Unternehmen. Nicht nur der Pflegedienst ist extrem belastet, auch die Ärztinnen und Ärzte gehen auf dem Zahnfleisch. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten ist vielfach auf das Notwendigste beschränkt. Selbst vor der Verwaltung macht der Abbau von bisher 100 Arbeitsplätzen nicht halt, weitere Stellenstreichungen sollen folgen. „Die Beschäftigten sind belastet bis zum Dorthinaus“, muss Fleischmann feststellen.

Und es kommt noch dicker, weil nach der wirtschaftlichen nun die bauliche Konsolidierung im Unternehmen ansteht. Allein für den zukunftsfesten Ausbau der Klinik in Lehrte und den Neubau des Krankenhauses in Großburgwedel werden laut Geschäftsführung rund 150 Millionen Euro fällig. Da das Land dafür wohl kein Geld geben wird, muss das Klinikum diese Ausgaben allein stemmen. Neben diesen beiden Riesenprojekten gibt es noch viele andere Baustellen.

Im Agnes-Karll-Krankenhaus in Laatzen besteht im Operationsbereich und auf den Stationen ein erheblicher Sanierungs- und Instandsetzungs-Bedarf. In anderen Krankenhäusern des Klinikums sieht das genauso aus. All das muss in den nächsten Jahren abgearbeitet und bezahlt werden. Landesgelder fließen nach Informationen der Linksfraktion nur ins Robert-Koch-Krankenhaus nach Gehrden. „Die bauliche Modernisierung außerhalb Gehrdens werden deshalb wieder die Beschäftigten schultern müssen, weiterer Stellenabbau wird die Folge sein“, beklagt Michael Fleischmann und betont: „Wenn die Region das Klinikum weiterhin wie ein Privatunternehmen führt, werden die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und damit die Versorgung der Patientinnen und Patienten immer weiter unter die Räder geraten.“

Die Linksfraktion erneut deshalb ihre Forderung, wonach sich die Region deutlich stärker als bisher an der Finanzierung des Klinikums beteiligen muss. „Das ist uns die vernünftige gesundheitliche Versorgung der 1,2 Millionen Menschen in Hannover und im Umland Wert“, unterstreicht Fraktionsvorsitzende Jessica Kaussen. „Das Geld dafür ist da. Schließlich verzeichnet die Region seit Jahren Haushaltsüberschüsse von bis zu 50 Millionen Euro.“