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michael jungblut

Amira Mohamed Ali, MdB

Coronavirus: Luftfilter weiter nur für Behörden, nicht für Schulklassen

HANNOVER – Die niedersächsische Landesregierung lehnt Anschaffung von mobilen Luftfiltern für alle Schulklassen weiter ab. Das geht aus einer Antwort des Kultusministers Grant Hendrik Tonne (SPD) an die Vorsitzende der LINKEN im Bundestag, Amira Mohamed Ali hervor.

Die Oldenburgerin hatte Tonne  aufgefordert sich für eine Finanzierung der Luftfilter einzusetzen. „Die Geräte können ergänzend zum Lüften die Virenlast reduzieren. Wir brauchen sie in jeder Klasse“, sagt Mohamed Ali.

Tonne begründet seine ablehnende Haltung damit, dass durch das regelmäßige Lüften eine wirksamere Senkung der Viren-Konzentration erfolgen würde. Die Begründung stößt bei Mohamed Ali auf Unverständnis: „Die Antwort von Minister Tonne ist vollkommen unverständlich und fast dreist. Die Luftfilter werden nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum Lüften eingesetzt, um den größtmöglichen Schutz der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass Herr Tonne den Nutzen der Geräte in Abrede stellt, während zahlreiche niedersächsische Landesbehörden sie selbst angeschafft haben [1]. Es spricht doch Bände, wenn er sich weigert aktuelle Zahlen über die Neuanschaffung von Luftfiltern in Behörden zu liefern. Minister Tonne sollte sich einmal bei seinen Kollegen über die Gründe für deren Kauf von Luftfiltern informieren. Vielleicht kommt er dann auch zu dem Schluss, dass sie nicht nur in Beamtenstuben, sondern auch in Klassenräumen Sinn machen.“

Franziska Junker, Mitglied des Landesvorstandes der LINKEN in Niedersachsen ergänzt: „Ich habe den Eindruck, dass Minister Tonne seinen Job als Kultusminister nicht ganz ernst nimmt. Ich würde an seiner Stelle jeden Stein umdrehen um das Budget für die Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern aufzutreiben. Sollte die Landesregierung in Niedersachsen weiterhin der Meinung sein, dass es sich nicht lohnt Geld für die Schüler zur Verfügung zu stellen, muss Herr Tonne beim Bildungsministerium in Berlin vorstellig werden und sich für ein entsprechendes Förderungsprogramm des Bundes einsetzen.“

 


[1] Siehe Landtags-Drucksache 18/8236 vom 28. Dezember 2020