PM: Ganztag als Sparmodell

Ganztag darf kein Sparmodell auf dem Rücken von Familien werden:Die Linke Hannover kritisiert Elternbeiträge, Hortabbau und Schuldezernentin Eva Bender scharf!

Die Pläne der Stadt Hannover zur Einführung eines sogenannten Sachkostenzuschusses im Zuge des Ganztagsausbaus und der gleichzeitige Abbau von Hortplätzen stoßen bei Die Linke Hannover auf entschiedene Ablehnung. Mit dem geplanten monatlichen Beitrag von 6,50 Euro werden in Hannover faktisch wieder Schulgebühren eingeführt. Statt echte Bildungs- und Betreuungsgerechtigkeit herzustellen, drohe ein sozial unausgewogenes System, das Familien zusätzlich belastet und bewährte Betreuungsstrukturen zerstört.

Felix Mönkemeyer, Ratsherr von Die Linke Hannover, erklärt:

„Ganztagsbetreuung ist ein soziales Grundrecht und kein kostenpflichtiges Zusatzangebot. Wer den Ausbau des Ganztags nutzt, um neue Elternbeiträge einzuführen, organisiert still und leise eine neue finanzielle Hürde für Familien, vor allem für diejenigen, die ohnehin jeden Euro umdrehen müssen. Das ist nichts anderes als die Wiedereinführung von Schulgebühren.“

Mönkemeyer weist zudem darauf hin, dass der Schulbesuch für Familien schon heute keineswegs kostenlos ist:

„Eltern tragen bereits jetzt erhebliche Kosten, für Stifte, Schulmaterialien, Bücher, Kopiergeld oder Sportkleidung. In vielen Haushalten summiert sich das zu einer spürbaren finanziellen Belastung. Zusätzliche Beiträge für den Ganztag verschärfen diese soziale Schieflage weiter.“

Gleichzeitig kritisiert Die Linke den fortschreitenden Abbau von Hortplätzen:

„Horte sind keine Relikte, sondern hochwertige pädagogische Einrichtungen mit enger Bindung und besseren Betreuungsschlüsseln. Ihr Abbau ist ein bildungs- und sozialpolitischer Rückschritt, der Kinder und Eltern gleichermaßen trifft. Die Linke fordert den sofortigen Verzicht auf Elternbeiträge im Ganztag sowie einen verbindlichen Bestandsschutz für bestehende Hortplätze“, so Mönkemeyer weiter.

Auch der Kreisvorstand von Die Linke Hannover geht die politisch Verantwortlichen direkt an. Maren Kaminski, Mitglied des Kreisvorstandes und Bundestagsabgeordnete von Die Linke Hannover, erklärt:

„Schuldezernentin Eva Bender trägt für diese Entwicklung die zentrale Verantwortung. Wer in dieser Situation Eltern zusätzlich zur Kasse bittet und zugleich bewährte Hortstrukturen abbaut, zeigt ein erschreckend technokratisches Verständnis von Bildungspolitik. Dass ausgerechnet Frau Bender nun als künftige Regionspräsidentin gehandelt wird, ist aus unserer Sicht ein fatales Signal. Die Region braucht eine soziale Handschrift und keinen weiteren Kürzungskurs mit freundlicher Verpackung.“

Hintergrund:

Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt bundesweit der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Die Stadt Hannover plant im Zuge des Ausbaus zusätzliche Betreuungsplätze. Gleichzeitig sollen Eltern ab dem Schuljahr 2027/28 einen monatlichen Sachkostenzuschuss von 6,50 Euro zahlen. Parallel werden stadtweit Hortplätze abgebaut, was bereits zu Protesten von Eltern und Wohlfahrtsverbänden geführt hat.

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