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HALIM DENER. Gefoltert. Geflüchtet. Verboten. Erschossen.

Zum 26. Mal jährt sich der Tag, an dem der Kurde Halim Dener durch die Waffe eines deutschen Polizisten getötet wurde. 1994 musste der unbegleitete minderjährige Jugendliche vor Krieg, Folter und Zerstörung durch den türkischen Staat fliehen. Er floh in die Bundesrepublik und kam nach Hannover. Wenige Monate zuvor hatte das Bundesinnenministerium die Betätigung für die kurdische Arbeiterpartei PKK verboten, in dessen Folge eine beispiellose Repression gegen nahezu alle kurdischen Institutionen und politisch aktive Kurdinnen und Kurden einsetzte. Von dem Verbot und der medialen Hetze wusste der 16Jährige nichts. Er wähnte sich in Sicherheit und wollte hier seinen Beitrag gegen den Krieg in Kurdistan leisten, weshalb der Jugendliche in der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 1994 zum Kleben von Plakaten der kurdischen Befreiungsbewegung in Hannover unterwegs war. Hierbei ist er von zwei SEK-Polizisten in Zivil überrascht worden und geflohen. Ein Schuss aus der Waffe eines der Beamten traf Halim Dener in den Rücken, an dessen Verletzung er wenig später starb. … der Polizist (wurde) in dem späteren Strafprozess vor dem Landgericht Hannover am 27. Juni 1997 vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Wie es jedoch geschehen konnte, dass sich der Schuss eines erfahrenen SEK-Beamten – wie es hieß – „aus Versehen“ gelöst haben soll, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. (aus: AZADI-Infodienst Juni 2020).

Nun ist „zum würdevollen Gedenken“ ein 230 Seiten umfassendes Buch der Kampagne Halim Dener mit dem Titel „Halim Dener. Gefoltert.Geflüchtet.Verboten.Erschossen“ erschienen. Es besteht aus zwei Teilen.

Das erste Kapitel beschreibt die Geschichte des kurdischen Jugendlichen und seines Todes im Kontext der damaligen politischen Verhältnisse in Kurdistan und Halims Flucht vor politischer Verfolgung sowie das Prozessgeschehen um den SEK-Polizeibeamten, der Halim Dener 1994 in Hannover erschossen hat. Neben dem Prozessbericht einer Prozessbeobachterin beschreibt Rechtsanwalt Rolf Gössner seine Erfahrungen und Eindrücke aus diesem "denkwürdigen Strafprozess", in dem er zusammen mit einem Anwaltskollegen die Eltern und Geschwister von Halim Dener als Nebenkläger vertreten hat.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit den Erfahrungen der Kampagne Halim Dener in den Auseinandersetzungen mit der Stadt Hannover um eine Gedenkstätte für den Kurden sowie dem Verhältnis zwischen der kurdischen Freiheitsbewegung und der Linken in Deutschland (Kurdistan Report Nr. 210 Juli/August 2020).

HALIM DENER. Gefoltert. Geflüchtet. Verboten. Erschossen.
Hrsg. Von der Kampagne Halim Dener; erschienen im Verlag Gegen den Strom, Schwanthalerstr. 139, 80339 München Juni 2020. ISBN 3-9809970-0-6


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